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1998-2017
AUFWIND
Andreas Rohde

 

 

 

 

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IN ESSIK UN HONIK

Das Standardnachschlagewerk des Klesmerrepertoires „The Ultimate Klezmer“, herausgegeben 2001 von Josh Horowitz, beruht auf einer als „International Hebrew Wedding Music“ von Wolff Kostakowsky im Jahr 1916 editierten Notensammlung. Viele Instrumentalstücke dieser CD stammen aus diesem Buch.

A schejnem masl-tow
wintschn mir ajch ale tog,
gliklech un frejlech soln mir ale sajn.
Gliklech un frejlech soln mir ale sajn,
trinkt-ssche ojss dem becher wajn.

masl-tow – Glückwunsch, viel Glück; wintschn – wünschen; trinkt-ssche – trinkt doch

2 Warnitschki
Musik und Text: traditionell
· Arrangement: Koch

Gwald wu nemt men, wu nemt men, wu nemt men-
a lokschnbret zu katschn di warnitschkiss?
On hejwn un on salz, on fefer un on schmalz.
A lokschnbret zu katschn di warnitschkiss?

Gwald wu nemt men, wu nemt men, wu nemt men-
a tepl ojf zu kochn di warnitschkiss?
On hejwn un on salz, on fefer un on schmalz.
A tepl ojf zu kochn di warnitschkiss?

Gwald wu nemt men, wu nemt men, wu nemt men-
a mejdele zu machn di warnitschkiss?
On hejwn un on salz, on fefer un on schmalz.
A mejdele zu machn di warnitschkiss?

Gwald wu nemt men, wu nemt men, wu nemt men-
a bocher ojfzuessn di warnitschkiss?
As ich bin alejn on salz, on fefer un on schmalz.
A bocher ojfzuessn di warnitschkiss?

gwald – Hilfe!; lokschnbret – Nudelbrett; katschn – wälzen; hejwn – Hefe; tepele – Töpfchen; bocher – Bursche

3 Lomir sich farschikern
Musik: traditionell
· Text: traditionell / Hardy Reich · Arrangement: Reich

Lomir sich farschikern mit libschaft un mit wajn,
der ssod fun ale ikern is nor a mentsch zu sajn.
Doss lebn fun unds alemen gedojert blojs a scho,
to lomir gornit schanewen kolsman mir sajnen do.

Fun wanderen farscholtene geblibn sajnen mir,
mit harzn geschpaltene mit ssudnss on a schir.
Far ale undsere lajdn hot geton di sun a schajn,
izt lomir sich farschikern mit libschaft un mit wajn.

Lomir sich farschikern mit maschke un mit jasch,
oftmol hazi-palinka un efscher a bissele hasch.
‘ss is asoj zukersiss un take mole-chejn,
to lomir sich farschikern mit libschaft un mit wajn.

lomir – lasst uns; farschikern – berauschen, besaufen; ssod – Geheimnis; iker – Hauptsache; alemen – allen; scho – Stunde; schanewen – achten; kolsman – solange; farscholtn – ver flucht, verwünscht; ssude – Festmahl; on a schir – ohne Ende; maschke – Schnaps; jasch – Branntwein; hazi-palinka – ungarisch, hausgemachter Obstschnaps; efscher – vielleicht; hasch – ‘ne ordentliche Tüte; asoj – so; zukersiss – zuckersüß; take – wirklich; mole-chejn – voller Anmut

4 Gortschizer hora / Sejdns tanz
Musik: traditionell / Dave Tarras (1897–1989)
· Arrangement: Hermerschmidt

Gortschize ist keine Ortschaft, sondern das jiddische Wort für Senf. Dessen würzige Schärfe, sowie seine appetitanregende und verdauungsfördernde Wirkung macht ihn in der jüdischen Küche unentbehrlich. Musikalisch anregend wirkte er auch auf unseren Klarinettisten Jan, der die einleitende Hora (Nova) arrangierte.
Danach folgt ein nicht nur rhythmisch bearbeitetes Tanzstück von einer Aufnahme aus dem Jahr 1949 der amerikanischen Klarinettistenlegende Dave Tarras. Für den griechischen Markt nannte er es Galatas, das jüdische Pendant ist als Sejdns tanz (Großvaters Tanz) zu hören.

5 Essn esst sich
Musik und Text: traditionell (chassidisch)
· Arrangement: Koch

Essen, schlafen und trinken brauchen keine Willenskraft, aber beten und lernen schon!

Essn esst sich, trinkn trinkt sich, woss sol men ton as ess dawnt sich nit.
Essn esst sich, schlofn schloft sich, woss sol men ton as ess lernt sich nit.

6 Holischki
Musik: traditionell · Arrangement: Koch

Viele Namen gibt es für gefüllte Kohlblätter: Roulade, Involtino, Weißkohlwickel, Prakkes, Geluzpes – oder auch Holischki. Gefüllt werden sie mit Fleisch, Fisch oder beispielsweise mit Buchweizengrütze als vegetarische Variante. Die universelle Grundidee trug sicher zu ihrer großen Verbreitung, nicht nur in der jüdischen Küche, bei.
Die musikalisches Füllung in unserem Wickel besteht aus vier verschiedenen Stücken des „Ultimate Klezmer“.

7 Gefilte fisch
Text und Musik: Isidor Lillian (1882–1960)
· Arrangement: Koch

Sogt woss essn jidn mit grojss chejschek baj jenem zi baj sich alejn in schtib.
‘ss is parewe, nit milchikss un nit flejschikss, nor a majchl woss a jeder jid hot lib.
Sogt woss is a jeder frojss ambitsje, me hot ess lib, me wejsst take farwoss.
‘ss is a jiddisch majchl mit tradizie - un jedn erew schabbess esst men doss:

Gefilte fisch, gefilte fisch -
‘ss is a majchl woss hot tojsnt tamen,
‘ch hob zuerscht farsucht doss baj majn mamen,
is es tajer, is ess wojl - a majchl far dem folk jisroel,
essndik zegejt ess sich in mojl.
Di gefilte fisch sej senen jiddisch.
Me kumt fun schul, me schtelt sich machen kidisch.
In schtib is schejn un rejn un frisch me sezt sich zum gedektn tisch
un men derlangt gefilte fisch.

Der unger hot lib gulasch mit paprika, der polak hot lib bigos flejsch mit brojt.
Baj dem russ is a rojter borscht der iker un der jekke hot lib „Klöße“ mit krojt.
A mamelige glajchn di rumener un der grusiner hot lib a schaschlik.
Nor woss git is wejssn sej nit kejner un aderabe jidn sogt mir woss is git?

Gefilte fisch ...

chejschek – Lust; in schtib/schtub – zu Hause; parewe – neutral (nicht Fisch, nicht Fleisch); majchl – Speise; ambitsje – Ambition; take – wirklich; farwoss – warum/weshalb; erew – Vorabend; tamen – Geschmäcker; mame – Mutter; wojl – wohl, gut; schul – Synagoge; kidisch – Segen; bigos – Krauttopf; borscht – Rote Betesuppe; iker – Hauptsache;
jekke – spöttisch für deutschsprachige jüdische Einwanderer in Palästina in den 1930er Jahren und ihre Nachfahren im heutigen Israel; mamelige – fester Maisbrei (brotähnlich); glajchn – vergleichen; wejssn sej nit kejner – wissen sie
alle nicht; aderabe – im Gegenteil

8 A ssude in Bukarest / Second Ave frejlechs
Musik: traditionell / Dave Tarras (1897–1989)
· Arrangement: Koch

A ssude in Bukarest nennen wir die Schäfer-Ballade (balada miorita), die Claudia auf einer 1984 in Rumänien erschienenen Schallplatte mit dem Titel „The wonderful panpipe of Radu Constantin“ hörte. Radu Constantin ist ebenso wie der bekanntere Gheorghe Zamfir Schüler der rumänischen Panflötenlegende Fanica Luca.
Second Ave frejlechs (auch als Second Avenue Square Dance bezeichnet) hörten wir auf Aufnahmen von Dave Tarras aus dem Jahr 1950.

9 Tschikn / chicken
Musik: Rubin Doctor (1882196?)
· Text: Rubin Doctor / Hardy Reich · Arrangement: Reich

Ich wejss fun a guter ssach
woss is gut far ale glajch
tschikn, tschik- tschik- tschik tschikn.
Gejt ir af a ssimche, a briss,
esst nor nit kejn flejsch, kejn fisch,
nor tschikn, esst nor a tschikn.

Kejnmol wert ir sich baklogn,
drejen wert ajch nit der mogn
un bajm harzn wert ajch kejnmol drikn.
Libe mentschn, folk, majn frajnt,
wilt ir sajn gesunt un fajn,
esst tschikn, esst nor a tschikn.

Tschikn, tschik- tschik- tschik tschikn,
‘ss is a majchl woss wert ajch derkwikn.
A pulke, fiss, a schtikl bejlik,
‘ss is geschmak a jeder hejlik,
tschikn, tschik- tschik- tschik tschikn.

Hajnt is nebech alz fardrejt,
me cholemt fun gesunterhejt,
gesunt, gesunterhejt.
‘ch fil asoj farzwejflt sich,
tofu ligt izt ojfn tisch,
nit tschikn, oj nit tschikn.

Kejnmol wert ir sich baklogn,
drejen wert ajch nit der mogn
un bajm harzn wert ajch kejnmol drikn.
Libe mentschn hert sich zu:
esst nor tschikn nit tofu,
esst tschikn, esst nor a tschikn.

tschikn, chicken – Hühnchen; ssimche – Fest; briss – Beschneidungsfeier; majchl – Speise; pulke – Unterschenkel;
fiss – Füße; bejlik – weißes Fleisch; nebech – Ausdruck des Bedauerns; cholemt – träumt; tofu – befremdliche, vegetarische Speise

10 Schit arajn
Text und Musik: Patsy Abbott (1921–2001) / Ben Jaffe / Adam R. Levy
· Arrangement: Koch

‘ss is do werter in jiddisch, woss in englisch tojgn sej nit,
nem le-moschl in english „to/for“– in jiddisch sogt men schit.
Schit arajn- mach es tasty, schit arajn- oj mit bejzi',
schit arajn- ‘ss sol der zung gefeln.
Schit arajn a bissl salz, schit fefer ojchet un di schmalz,
schit arajn- fun dem welen sej kweln.
Kenst lejsn kochn-bicher baj di dozens,
wifil salz un fefer darf men opmesstn gich.
Wen emezer woss wejsst wolt mir gelosn,
hern wesstu woss ich ken fargessn nit.
Schit arajn bis zum tam, schit arajn sogt majn mum, schit arajn.

‘ch flejg essn knejdlech, kreplech, gefilte fisch, kasche or a potato knish,
blinzess, a geschmake warnik-borscht, warnitschkiss, esst a jid
a p(e)tscha, it can‘t be beat, far klepn in a gitn schtikl borscht.
A majchl far di bajchl, oj sej nor wi me fresst-
geschmak majn mamess kochn, di besst is fun di welt.
Men schit arajn mit a schmenje, schit arajn Henja-Penja,
schit arajn- koch op an antikl.
Schit arajn- nor a bissl, schit nit on a ganze schissl,
schit arajn- gib mir ojch a schtikl.
Wajl schitn darf men, ale kenen, nischt zu fil, dem mojl sol brenen,
schit arajn …

werter – Wörter; tojgn – taugen; nem le-moschl in english „to/for“ in jiddisch sogt men schit – nimm zum Beispiel in englisch die Wörter „to“ oder „for“ in jiddisch sagt man „schit“; schit arajn – schütte es herein; tasty (engl.) – schmackhaft; mit bejzi‘ – mit Eiern, Kugeln (doppeldeutig!, auch Hoden); ojchet – auch; kweln – erfreuen; kochn-bicher – Kochbücher; dozens (engl.) – Dutzende; opmesstn – abmessen; gich – schnell; emezer – jemand; bis zum tam – bis es schmeckt; ´ch flejg essn – ich esse; knejdlech – Knödel; kreplech – gefüllter Kloß, kasche – porridge, Brei; potato knish – gefüllte Kartoffelpastete; blinzess – gefüllte Eierkuchen; warnik borscht – Rote Betesuppe mit Klößchen; warnitschkiss – gefüllte halbmondförmige Teigtaschen; a p(e)tscha, it can`t be beat, far klepn in a gitn schtikl borscht – nichts ist besser als Kalbfußsülze in Rote Beetesuppe; majchl – Speise; bajchl – Bäuche; schmenje – Handvoll; Henja-Penja – humoristische Version des jidd. Hendem Pendem wo es heißt: so schnell wie du kannst; antikl – etwas Wundervolles; schissl – Schüssel; schtikl – Stückchen; mojl – Mund

11 Ich gej mir fun schenk ojss
Musik+Text: traditionell · Arrangement: Reich / Koch

Ich gej mir fun schenk ojss, der kop drejt sich mir.
Gejt arojss majn plejnisste un schelt mir.
Woss is dajn dajge, dajn dajge is zum top.
Ich nem bald a benkl un gib dir in kop.

Lewune, lewune woss lachsstu fun mir.
Zi bisstu nit schiker noch erger far mir.
As ich nejg ojss di ofn un dem zwejtn farmach,
a levune sol sajn schiker un asa lichtike nacht.

schenk – Schänke; plejnisste – Fräulein, Frau; schelt – schelten; dajge – Sorge; top – Flasche, Kelch; benkl – Stuhl; lewune – Mond; schiker – betrunken; zi – ob, oder, entweder … oder; erger – schlechter, schlimmer; as – wenn; nejg ojss – austrinken; ofn – offen, schonungslos, frei heraus; farmach – zugemacht, versperrt; asa – so ein, solch; lichtik – hell, lichterfüllt

12 Petruschke / Bulgar
Musik: Claudia Koch / traditionell · Arrangement: Koch

Petruschke/Petersilie (lat. Petroselinum crispum) ist eine zweijährige Pflanze aus der Familie der Doldenblütler und gehört zu den Küchenkräutern. In der jüdischen Küche wird sie beispielsweise für Hühnersuppe, Salate, Soßen und gefüllten Fisch verwendet. Vorher muß sie jedoch gekoschert werden, das heißt alle Blätter müssen von Insekten und Käfern befreit werden, um den Speisegesetzen zu genügen.
Die einleitende melodische Hora wurde von Claudia geschrieben, den anschließenden Bulgar fand sie im „Ultimate Klezmer“.

13 Ir mejgt mir glojbn
Text und Musik: Benzion Witler (1905–1961) · Arrangement: Koch

Ir mejgt mir glojbn oder nejn,
nor ich sog ajch as asoj is doss gewejn.
Ich wejss nit zi ir wert farschtejn, gewejsn is doss sejer schejn,
mit majne ejgene ojgn hob ich doss gesejn.
Ich wel ajch alz derzejln bald, gewejsn is doss a gwald-
ir mejgt mir glojbn oder nejn.
Lechajim Jankele, lechajim.
Izt hert sich ajn, is asoj gewejn di majsse:

Der rebe hot sich geschoklt Schimenessre un sich gekwikt,
un di rebezn mit der schiksse hobn a sok geschtrikt,
a fajerl hot gebrent unter dem ssamowar,
un doss fejgele in dem schtajgl hot gepischtschet tralala.

Ir mejgt mir glojbn oder nejn, nor ich sog ajch as asoj is doss gewejn.
Lechajim jidn lechajim. ‘ss is asoj gewejn di majsse:

Di rebezn hot sich geschoklt Schimenessre un geschtrikt,
un der rebe mit der schiksse hobn sich gekwikt,
doss fejgele hot gebrent unter dem ssamowar,
un doss fajerl in dem schtajgl hot gepischtschet tralala.

Ir mejgt …
Lechajim …, oj bin ich farschnjoschket.

Di schiksse hot sich geschoklt Schimenessre un sich gekwikt,
un di rebezn mitn fejgele hobn a ssamowar geschtrikt,
a sok hot gebrent un der fajerl hot asa …
un der rebe in dem schtajgl hot gepischtschet tralala.

Ir mejgt …
Oj bin ich farknakt, ess schoklt bisslech asoj, hert sich ojf zu schoklen!
Is asoj gewejn di majsse:

Doss fejgle hot sich geschoklt Schimenessre un sich gekwikt,
un der tralala hot a rebezn geschtrikt,
der rebe hot gebrent unter der schiksse ot a...ot a...oj bin ich farkrochn
un doss schtajgl in dem fajerl hot gepischtschet tralala.

Ir mejgt …

mejgn – mögen; glojbn – glauben; asoj – so; wejssn – wissen, ejgene ojgn – eigene Augen; ajch – euch; alz – alles; derzejln – erzählen; bald – sofort; gwald – Notlage, kritische Situation; lechajim – zum Wohl; izt – jetzt; majsse – Geschichte; rebe – Rabbiner; schoklen – wackeln, nicken; Schimenessre – das größte, und (außer Schma Jisroel) wichtigste jüdische Gebet, das dreimal am Tag gebetet wird; kwikn – erquicken; rebezn – Frau des Rabbiners; schiksse – nichtjüdisches Mädchen; sok – Socke; fejgele – Vögelchen; schtajgl – Käfig; pischtschen – singen, trällern; asa – so ein; farknakt – beknackt; fakrochn – hängengeblieben

Transkription der Texte, Worterklärungen und Anmerkungen:

2013 Claudia Koch, Hardy Reich, Andreas Rohde.

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